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Unter dem Boden

Untertag

Von Sebastian Gasser

Unsere Firmengeschichte ist stark mit Lungern und dem Lungerersee verbunden – über den Stausee also auch mit der Wasserkraft. Im Besonderen gilt diese Verbindung zur Stromproduktion für unsere Entwicklung im Untertagbau. In den letzten 100 Jahren durften wir in diesem Bereich immer wieder Bauleistungen erbringen.

Schrittweise Entwicklung

Es begann in den 1950er-Jahren mit den Frutt-Werken und kleinen unterirdischen Erschliessungen. Damit eröffnete sich uns der Markt für den Bau und Ausbau von grossen und kleinen Kraftwerksanlagen. Vom Kanton Graubünden bis ins Wallis bohrten und sprengten wir Tunnels und Kavernen. Ich verweise hier auf den Wässerwasser-Stollen in Mund, den Hochwasserstollen Grindelwald, auf Erschliessungen und Ausbauten der KWO, der BKW, des EWO und den Bau verschiedener Kleinkraftwerke in der ganzen Schweiz. Der Bau der N8 führte ab den 1980er-Jahren vom Lopper-, Sachseln- bis zum Lungerer-Tunnel zu Beteiligungen in Arbeitsgemeinschaften. Dazu kamen bei verschiedenen Nationalstrassenabschnitten Spezialarbeiten im Unterakkord. Der Name Gasser Felstechnik verpflichtete fast, sich zu spezialisieren. Mit Bohr- und Schutterinventar, mit einer minimalen Breite von 1.4 Metern, eröffneten sich neue Märkte. Unterirdische Hauserschliessungen mit Zugangsstollen und Vertikalstollen entstanden von St. Moritz über Engelberg, Freiburg, Biel und Gstaad bis Zermatt. Im Jahr 1990 holten wir uns mit dem Bau der Lagerkaverne im eigenen Werkhof die Erfahrung im Kavernenbau. Mit grossen Kavernen beim EWO Giswil, Rotzloch, KWO, verschiedenen Kleinkraftwerken, dem Bau von Brünig Indoor und dem Brandschutzzentrum ifa wurde diese Kompetenz gefestigt.

Komplexere Aufgaben

Der Ausbau der Grimsel-Werke führte zur grössten selbstständigen Tunnelbaustelle. Über zehn Kilometer Tunnel, Schächte und verschiedene Kavernen durften wir dort ausführen. Im Untertagebau ist der vertikale Schachtbau eine der grössten Herausforderungen. Die Baumethoden der 1950er- und 1960er-Jahre waren sicherheitstechnisch nicht mehr möglich. Der Kauf des Alimak-Klettersystems eröffnete uns den Eintritt in diesen speziellen Markt vom sprengtechnischen Ausbau von unten nach oben. Dazu kam das System der Alimak-Winden für den Bauablauf von oben nach unten. Schächte von Zementwerken, Lüftungsschächte bei Nationalstrassen, Druckschächte bei Kraftwerken und Militäranlagen sowie private Erschliessungen wurden und sind ein starkes Marktsegment. Dass wir auch im Hochgebirge unter Tage bauen, belegen Baustellen vom Klein Matterhorn, Wässerwasser Mund, Glacier 3000, Bettmerhorn, Gotthard, Jungfraujoch, Pilatus und Linth-Limmern bis zum Säntis. Speziell sind sicher auch die Tunnels für den Felsenweg und den Weg der Schweiz, Arbeiten in Grönland, beim Museum Plattenberg, für Militäranlagen und den Gletschergarten in Luzern.

Bauen im Untertage ist ausserordentlich stark mit Bau- und Benützungssicherheit verbunden. Dieser Umstand bestimmt auch die Baumethoden, welche wiederum die Baukosten beeinflussen. Mit der Gasser Engineering AG wurden diese Erfahrungen und das Wissen gebündelt. Damit können wir auch Gesamtleistungen von der Planung und dem Bau bis zur Inbetriebnahme anbieten. Es braucht hier grosses Vertrauen der Bauherrschaft bei solchen Generalunternehmer- / Totalunternehmer-Angeboten. Ehrlichkeit bezüglich Qualität und Preis sind dabei die Erfolgskriterien.

Mineur – eine Faszination für sich

Vor 70 Jahren bestand die Ausrüstung eines Mineurs aus einem Filzhut und groben Kleidern. Viele Tätigkeiten wie Bohren, Gunitieren und Schuttern erfolgten noch händisch. Die Erfahrung der Mineure bei Bohr- und Sprengarbeiten war hier ausschlaggebend für die Arbeitssicherheit. Es brauchte einen speziellen Schlag Menschen, die diese Arbeit machten. Heute sind die Baustellen viel technischer installiert, die gesundheitlichen Vorgaben sind streng und werden kontrolliert. Die Arbeitssicherheit ist eine unbestrittene Vorgabe. Das Arbeiten im Untertage bleibt trotzdem eine Herausforderung für die Gesundheit, Freizeit und Familie. Ich spreche hier von der Schichtarbeit, von Dreck, Lärm und Restrisiken bei der Geologie. Zudem sind die Arbeitsorte meistens weit von zu Hause fort. Das fordert persönliche Beziehungen bis zum Äussersten und braucht Verständnis von allen. Unsere Mitarbeitenden und all jene, welche diesen Untertage-Virus intus haben, empfinden es aber als den schönsten Job.

Untertag, Unter dem Boden
Durchbruch von der Apparatekammer in den Rohrstollen: Frutt-Werke, 1956

Die schwindenden Landreserven, das Verhindern von Emissionen und die Verlegung von Infrastrukturen in den Untergrund werden die Nachfrage nach Bauleistungen im Untertage eher noch fördern. Auch die technischen Hilfsmittel entwickeln sich weiter. Wer ist aber in Zukunft bereit, den bis heute trotz Mechanisierung anstrengenden Beruf des Mineurs auszuüben und die Faszination Tunnelbau in die Zukunft zu tragen?

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