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Axen – Wenn es neue Wege braucht

Gumpischtal, Axenstrasse (UR)

Nach einem Blockschlag vom Sonntag, 28. August, wurden wir am Montag um 11 Uhr kontaktiert. Um 13 Uhr waren von uns ein Bauführer und ein Projektleiter zusammen mit der Bauherrschaft, dem Bundesamt für Strassen ASTRA, und Geologen auf einem Rekoflug.

Das Gumpischtal über der Axenstrasse war für uns kein unbekannter Ort, bereits 2008 hatten wir dort eine Sicherheitssprengung durchgeführt. Direkt unterhalb des Gumpischtals führt die Axenstrasse durch. Eine Herausforderung, die alles andere als einfach zu packen ist, stellte sich uns. Im Gumpischtal liegt eine erhebliche Menge an Felssturzmassen. Prioritär mussten zwei Grossblöcke von 150 m3 entfernt werden. Dies in einer Zone unterhalb eines Felsabbruchs aus dem Januar, wo Felssturzmassen liegen und jederzeit abbrechen können. Bereits im Vorfeld wurde organisiert, dass mit einem Kamov-Helikopter jeweils 4‘500 Liter Wasser auf das Obergelände abgeworfen werden. Der Rekoflug diente auch den Angaben zum gezielten Wasserabwurf. Dieser brachte aber nicht die gewünschten Effekte.

Gumpischtal, Axenstrasse (UR). Bild: Valentin Luthiger
Murgangablagerung. Bild: Valentin Luthiger

Spezielle Methode angewandt

Es wurde eine Fachgruppe mit allen notwendigen Spezialisten gebildet und die ganze Problematik der Murgangrinne aufgearbeitet. Für alle Verantwortlichen war klar, dass an dieser gefährdeten Stelle das Arbeiten unmöglich ist. Klar war gleichzeitig, dass die Blöcke nur mittels Sprengung kontrolliert zum Absturz gebracht werden können. Neue Ideen braucht das Land. Gesagt, getan – und in Anlehnung an unsere Erfahrungen im Stauwehr Perlen aus dem Überschwemmungsjahr 2005 schlugen wir vor, dies mit einer speziellen Methode zu lösen. Im engen Arbeitsbereich arbeiteten unsere Spezialisten am Seil, welches an einem Helikopter befestigt war. Sicheres Arbeiten war so möglich, da das Personal bei Gefahr sofort ausgeflogen werden kann. Die Mobilisation aller dafür notwendigen Spezialisten haben wir innert kürzester Zeit hingekriegt. Dank dem Zusammenbringen des Wissens aus Flugrettung, alpiner Rettung, Geologie und unserer Expertise konnten wir der Bauherrschaft eine Einsatzbereitschaft von 13 Stunden pro Tag, 7 Tage die Woche sicherstellen.

Gumpischtal, Axenstrasse (UR). Bild: Valentin Luthiger
Longline-Arbeit. Bild: Valentin Luthiger

Stau auf der A2

Aus der Sperrung der Axenstrasse resultierten negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Die Verkehrsprobleme auf der Alternativroute Autobahn A2 waren enorm und so waren alle gefordert, ihren Beitrag für eine rasche Wiederaufnahme der Verbindung zu leisten. Für uns gab es nebst der Beseitigung der Grossblöcke noch verschiedene parallel laufende Bauplätze. Die Flexibilität und Bereitschaft, sich immer wieder neu zu orientieren und anzupassen, sind das Wesen von solchen Notmassnahmen. Sie prägen uns immer wieder aufs Neue, und jeder Notfall verlangt neue Ideen. Pünktlich zur Wiederer-  öffnung vom 13. September konnten wir unsere Arbeiten abschliessen. Am 2. Oktober musste die Strasse nach einem Murgang von mehreren 1’000 m3 erneut für ein paar Tage gesperrt werden und wir führten Spreng- und Instandstellungsarbeiten aus.

Gumpischtal, Axenstrasse (UR). Bild: Valentin Luthiger
Schutznetze zur Detektion oberhalb der Strasse. Bild: Valentin Luthiger

Ruedi Degelo

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