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«Die Arbeit beginnt vor einem Ereignis»

Hansruedi Ming

Notfälle und spezielle Herausforderungen verlangen von uns höchste Flexibilität. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist hier unsere mechanische Werkstatt. Doch weshalb kommt ihr bezüglich der Flexibilität eine Schlüsselrolle zu?

Das wollten wir von Hansruedi Ming wissen. Der 52-jährige Lungerer ist stellvertretender Leiter der mechanischen Werkstatt – und kennt den Betrieb seit 32 Jahren! Im Gespräch gewährt Hansruedi Einblick in die Herausforderungen hinter der geforderten Flexibilität.

Hansruedi Ming
Hansruedi Ming

Pascal Limacher: Wie trägt die Werkstatt dazu bei, dass unsere Firma marktführend in der Bewältigung von Naturereignissen ist?
Hansruedi Ming: Die Arbeit beginnt vor einem Ereignis. Unsere Maschinen müssen immer gut gewartet und einsatzbereit sein, damit wir sie im Ereignisfall der Baustelle sofort bereitstellen können. Dann noch einen Mangel zu beheben, liegt zeitlich nicht drin. In einem zweiten Schritt können wir Baustellen mit Eigenkonstruktionen unterstützen. Das können wir, weil wir langjährige Mitarbeitende haben, die ihr Metier verstehen.

Was bedeutet das organisatorisch?
Wir müssen uns darauf einstellen, Prioritäten schnell neu zu setzen. Unsere Mechaniker sind flexibel und haben eine hohe Einsatzbereitschaft, die Arbeit auch mal nach 17.30 Uhr zu beenden. Teilweise helfen unsere Mechaniker auch als Maschinisten auf der Baustelle aus, wenn personelle Engpässe bestehen. Dies bedingt eine gute Ausbildung.

Kommt man da auch mal an seine Grenzen?
Wegen einem Naturereignis stossen wir selten an Kapazitätsgrenzen. Wenn wir aber viel zu tun haben, können wir defektes Inventar auch nicht einfach stehen lassen. Dann können wir auf den Service des Herstellers zurückgreifen, was aber selten vorkommt.

Hansruedi Ming
Teamarbeit im Betriebscenter

Abgesehen von Notfällen: Welche Aufgaben übernimmt die mechanische Werkstatt?
Wir sorgen für den Unterhalt und die Reparatur aller unserer Maschinen. Weiter unterstützen wir unsere Bauführer in technischen Fragen. Zusammen suchen wir eine machbare Lösung. Beispielsweise welches Bohrsystem und welche Geräte zum Einsatz kommen. Wir verfügen auch über eine eigene Schlosserei, in welcher wir Anfertigungen für Baustellen machen oder eigenes Inventar unterhalten. Unser Team führt zudem Einschulungen von Maschinisten auf für sie neuen Geräten durch. Und schliesslich spritzen wir sämtliches Inventar in unserem schönen Blau.

Du bist seit über 30 Jahren dabei, darf man dich als Urgestein bezeichnen?
Nein, aber wieso soll man gehen, wenn es einem gefällt? (schmunzelt) Natürlich ist auch viel passiert in dieser Zeit.

Was hat sich verändert?
Die Firma ist enorm gewachsen. Ich glaube, wir waren damals zwischen 50 und 60 Mitarbeitende. Heute sind es 300. Die Ansprüche sind gestiegen und damit auch das Inventar. In der alten Werkstatt mussten wir jeweils ein bis zwei Maschinen im Freien reparieren, weil kein Platz in der Werkstatt vorhanden war. Auch das Lager platzte aus allen Nähten. So entschied man sich für den Bau des heutigen Betriebscenters, das 2009 bezogen wurde.

Hansruedi Ming
Materialbestellungen

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag erinnern?
Angefangen habe ich als Bohrmaschinist. Am Schlossberg in Luzern startete ich meine ersten Bohrversuche. Eineinhalb Jahre lang kam ich in der ganzen Schweiz herum. Meine Maschinen reparierte ich jeweils selbst. Mit zunehmender Betriebsgrösse kam auch der Wunsch nach einem betriebseigenen Mechaniker. So kam ich dazu, diesen Job zu übernehmen. Das hat mir von Anfang an gut gefallen und die Entwicklung der Technik hat mir Eindruck gemacht.

Stichwort Entwicklung der Technik: Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf deine Arbeit?
Heute können wir an einigen Geräten Parameter über einen Bildschirm einstellen, was sonst via Manometer und Schraubenzieher gemacht wird. Auch für die Fehlersuche ist die Software eine Unterstützung. Bei Baggern und Bohrgeräten können wir aus der Ferne auf Analysedaten zugreifen, so sind wir besser auf die Reparatur vor Ort vorbereitet. Das ist schon ein wichtiger Vorteil. Die Datenerfassung der Maschinen kann aber auch gegenüber dem Kunden genutzt werden, um die Arbeitsleistung zu belegen. Solchen Themen müssen wir uns als Werkstatt annehmen, da haben wir keine Berührungsängste, sondern sind interessiert.

Hansruedi Ming
Revisionsarbeiten an einem Bohrgerät

Wie trägt die Werkstatt zur Innovation bei?
Mit unseren zwei Bohr-LKWs haben wir sicherlich einen grossen Entwicklungsschritt gemacht, dieses Inventar ist ein Wettbewerbsvorteil. Bei beiden Bohr-LKWs war ein Team der Werkstatt direkt bei dessen Endmontage dabei, um den mechanischen Aufbau und die Einstellungen im Detail zu verstehen. Wir geben dieses Wissen intern weiter und ermöglichen der Firma so, die Möglichkeiten dieses Gerätes voll auszunutzen. Im Team haben wir eine gute Durchmischung aus erfahrenen Leuten und Jungen. Für die Berufslehre zum Baumaschinenmechaniker oder zur Baumaschinenmechanikerin sind wir so auch ein spannender und beliebter Lehrbetrieb.

Hansruedi, besten Dank für das Gespräch.

Pascal Limacher

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