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«Draussen, kreativ und genau arbeiten»

Sara Oliveira

Die Faszination, etwas von Grund auf zu erstellen, treibt Sara Oliveira an. Im Gespräch erzählt sie, wie sie zu ihrem beruflichen Glück als Maurerin gefunden hat.

Sara Oliveira startete ihre Laufbahn mit einer Lehre als Malerin. Im Anschluss zog es sie in den wilden Westen, wo sie für drei Monate in Arizona auf einer Ranch arbeitete. Nach der Rückkehr in die Schweiz hat Sara in einem Praktikum das Bauhauptgewerbe kennengelernt und sich für eine Zusatzlehre als Maurerin entschieden. Seit April 2015 ist sie Teil unseres Bauservice-Teams.

Sara Oliveira
Sara Oliveira

Regula von Ah: War dein Traumberuf schon immer in der Baubranche?
Sara Oliveira: Überhaupt nicht! Ich wollte immer etwas mit Pferden machen, doch das war schwierig. Tierärztin stand ebenfalls im Fokus.

Welche Beweggründe führten dich zu deiner Berufswahl – erst Malerin, dann Maurerin?
An Malerin reizte mich das Farbige, Handwerkliche und viel draussen zu sein. Doch ich merkte bald, dass mich dies zu wenig forderte. Ich fand es viel faszinierender, etwas von Grund auf zu erstellen. Ich wollte noch mehr draussen sein, kreativ und genau arbeiten. Mein Umfeld hat mich zuerst nicht verstanden, hätte ich doch auch studieren können. Es war aber der richtige Weg für mich.

Wie hast du die Berufsschule in Erinnerung?
Wir waren eine gemischte Klasse. Wir hatten ein angenehmes Miteinander und wir zwei Frauen waren gut akzeptiert.

Hattest du Mühe, eine Lehrstelle und später eine Arbeitsstelle zu finden?
Nein, die Lehrstelle lag im Anschluss an das Praktikum quasi auf der Hand. Für eine Festanstellung habe ich nach einer Saisonstelle als Skilehrerin nur wenige Spontanbewerbungen geschrieben und kam so zu meiner Anstellung bei der Gasser Felstechnik AG. Dabei habe ich sicher auch vom Fachkräftemangel profitiert. Wir sind halt gesuchte Leute! (schmunzelt)

Sara Oliveira
Backsteinmauer im Innenraum als Raumtrenner

Wie können wir uns deinen Arbeitsalltag vorstellen?
Spannend und abwechslungsreich, draussen bei Sonne, Regen und Schnee. Ich arbeite viel und gerne als Kundenmaurerin auf kleineren Baustellen. Je nach zu verrichtenden Arbeiten – Mauerwerke, Schalen, Verputzen, Platten legen, Umgebungsarbeiten – bin ich alleine oder in einem kleinen Team unterwegs. Als kommunikative Person schätze ich auch den direkten Kundenkontakt.

Wie reagieren Kunden, wenn eine Frau auf die Baustelle kommt?
Sie sind erstaunt. Ältere Personen sind vielleicht eher mal kritisch, aber man begegnet mir stets mit Respekt. Ab und zu wird mir spontan Mithilfe angeboten.

Gibt es Hürden als gelernte Baufachfrau?
Man muss sicher der Typ sein für diesen Beruf. Man ist ständig dreckig, nass, schwitzt und friert. Es herrscht ein rauer, jedoch unkomplizierter und ehrlicher Umgang auf den Baustellen. Auf schlechte Witze muss man auch mal schlagfertig reagieren können. Ich kenne nichts anderes und es stimmt für mich so. Über eine Teamkollegin würde ich mich auch sehr freuen. Teilzeitarbeit ist auf dem Bau sehr unüblich. Es wäre spannend zu wissen, wie flexibel eine Bauunternehmung sich zeigen würde bei der Vereinbarung von Familie und Beruf. Ob wohl eine Bewerbung einer Maurerin mit Kindern für ein Teilzeitpensum überhaupt eine Chance hätte?

Hast du weitere Karrierepläne?
Obwohl es viele Möglichkeiten gibt, von Vorarbeiterin, Polierin bis zur Bauführerin, habe ich diesbezüglich keine Ambitionen. Ich bin lieber draussen in der Natur als hinter den Lehrbüchern!

Sara Oliveira
Sara mag das exakte Arbeiten

Sara, besten Dank für das interessante Gespräch. Ich wünsche dir weiterhin viel Freude und Erfüllung in deinem Beruf.

Regula von Ah

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