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«Ja, manchmal war und bin ich ein Steingrind!»

Thomas Gasser

Im Gespräch mit Simon Kopp

Thomas Gasser, ein besonderer Mensch. Ich habe ihn kennengelernt in meiner Funktion als Journalist und Moderator. Der grosse, stämmige Mann aus dem Kanton Obwalden. Der Mann mit den auffällig langen Augenbrauen, dem kritischen und immer etwas schnippischen Blick. Der Mann, der auffällt durch seine ruhige Art – die täuscht, denn plötzlich und unerwartet kommen markante Aussagen und seine Augen funkeln. Heute führe ich mit ihm ein Interview für den Felssplitter. Ein Rück- und Ausblick soll es sein. Fragen und Antworten. Eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Lustige und nachdenkliche Momente im Text von Simon Kopp.

Er wuchs auf als «Lemä Kari’s Thomas». So wurde er schon als Kind gerufen. Und schon als Kind war er mit seinem Grossvater auf der Baustelle. Sein Schlafzimmer auf der Sandfurre lag damals nur gerade ein paar Meter entfernt vom Sprengstofflager der Firma. «Ja, das wurde mir doch ein paar Mal zum Verhängnis. Ab und zu haben meine Freunde und ich uns im Lager heimlich bedient und im Wald Sprengungen durchgeführt. Damals sagte niemand etwas.» So war er, der junge Lemä Kari’s Thomas. Später, nach vielen Ausbildungen und Geschichten, dann auf dem Akkordbau. «Das hat mir gefallen. Da musste ich oft gut drauf achten, dass man die Kurve noch kriegt», sagt er und wartet auf meine Frage nach dem Grund. «Das Leben war in dieser Zeit wild und unkontrolliert – manchmal vielleicht zu wild», lächelt Gasser und lässt die Frage so stehen. Viele Geschichten folgen. Sie bestätigen mir: Da sitzt ein ganz besonderer Mensch vor mir. Noch heute pflegt er Kontakt zu den damaligen Akkordkollegen. Er trifft sie in unregelmässigen Abständen in der Stammbeiz. Man lacht über die Zeiten von damals und schwelgt in Erinnerungen und trinkt genügend Bierchen dazu. «Viele gibt’s aus dieser Zeit nicht mehr», bedauert Gasser, «aber sie sind mir wichtig.»

Thomas Gasser
Thomas Gasser mit seinem Vater Karl Beat Gasser

Soziales war ihm immer wichtig. Die Menschen standen für ihn auch in seiner Funktion als Patron immer im Zentrum. «Wenn man motiviert ist und die richtigen Menschen um sich hat, kann man alles erreichen. Und genau das haben wir geschafft. Oft waren wir einfach frech und bewarben uns, ohne zu wissen, ob wir die Aufgabe überhaupt stemmen können. Geschafft haben wir es immer. Unkonventionell, hartnäckig in der Sache und hoch motiviert. Das macht die Gasser Felstechnik noch heute aus», sprudelt es aus Gasser. Er erzählt von Grossprojekten, von einzigartigen Sprengungen aus vergangenen Zeiten.

Man befürchtet, dieser Mann würde nie loslassen können. Und doch: Bereits vor 10 Jahren begann er seine Nachfolgeregelung von langer Hand zu planen. «Es waren unter anderem die tragischen Schicksale, die mir immer mehr zu schaffen machten. Ich habe wertvolle Menschen – gute Freunde – im Beruf verloren. Das stecke ich heute nicht mehr so einfach weg. Es war an der Zeit, den Schlussstrich zu ziehen.» Das sagt ein Mann, der sein Leben lang nie Rast machte und sein Umfeld immer wieder mit neuen Ideen und Projekten überraschte und forderte. «Manchmal trieb mich auch die Wut über etwas an», lächelt Gasser. So gründete er nach einem Konflikt mit der Luzerner Zeitung ganz einfach eine Zeitung. Gasser als Verleger der ONZ. Oder da war auch die Geschichte aus der Politik. Gasser sollte auf einer Parteiliste einfach noch als «Füller-Kandidat» aufgeführt werden. «Da habe ich unüberlegt zugesagt. Als ich jedoch merkte, dass ich wirklich gewählt werden könnte, beauftragte ich einen Medienberater, um eine Kampagne gegen mich zu lancieren. Der hat seinen Job gut gemacht. Ich wurde nicht gewählt!»

Mit fortschreitender Zeit werden es immer mehr Geschichten und Erlebnisse, die einen Menschen zeichnen, der für seine Ideen wortwörtlich durch den Fels ging. «Ja, manchmal war und bin ich ein Steingrind! Das ist schon so.» Gasser hatte Erfolg damit. Aber es geht auch anders. Die Gasser Felstechnik ist gut aufgestellt für die Zukunft. «Schön wäre es, wenn man weiterhin hoch motiviert scheinbar Unmögliches möglich macht und nicht aufgibt, neue Ideen zu haben. Stehen bleiben geht gar nicht. Es ist gar nicht schlecht, wenn die anderen einen manchmal als Spinner betiteln.»

Thomas Gasser
4. Generation: Die neuen Holding-Inhaber Sebastian, Mira und Ambros Gasser (v. l. n. r.)

Eine Frage war da noch. Nämlich die nach den überlangen Augenbrauen. «Das ist ein Merkmal von mir. Ich habe die noch nie geschnitten … Und sowieso, da lasse ich niemanden ran!»

Er lächelt. Wir stossen mit einem schönen Glas Wein an. Er erzählte an diesem Abend noch viele Geschichten. Ich bin dankbar, diesen besonderen Menschen kennengelernt zu haben.

Simon Kopp

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