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«Nachts hat jede Minute gezählt»

Patrick von Atzigen

Die technisch anspruchsvollen Pfahlarbeiten im Bahnhof Zürich Altstetten mussten in knappen Zeitfenstern durchgeführt werden – und das hauptsächlich in der Nacht. Wie behält man da den Überblick?

Patrick von Atzigen ist seit 2012 in der Abteilung Spezialtiefbau als Baustellenchef tätig. Der gelernte Maurer mit Weiterbildung zum Polier war davor ab 2009 beim Gasser Bauservice engagiert. Die Pfählungen zum Bau einer neuen Personenunterführung im Bahnhof Altstetten leitete er als Baustellenchef.

Patrick von Atzigen
Patrick von Atzigen

Pascal Limacher: Was waren die technischen Herausforderungen in Altstetten?
Patrick von Atzigen: Sicher die engen Platzverhältnisse auf den Geleisen, dem Perron und in den Arbeitsgräben. Unsere Werkstatt hat die eingesetzten 14 t- Bohrgeräte so umgebaut, dass wir unter dem Perrondach bohren konnten. Das Einfahren der Bohrlafette in die Gräben war trotzdem eine Millimeterarbeit. Was uns besonders forderte, waren die geringen Abstände zwischen den zu versetzenden Pfählen. Bei einem Abstand von 0.7 – 1 m zum nächsten Pfahl muss sehr präzise gearbeitet werden.

Daneben spielte vor allem der Faktor Zeit eine Rolle. Wie wurden die Arbeiten eingeteilt?
Die Maxime war: Jeden Morgen muss die Strecke vollständig befahrbar sein! Nicht vorzustellen, was wir sonst für ein Chaos im Zürcher Morgenverkehr ausgelöst hätten (lacht). Dazwischen hat aber wirklich jede Minute gezählt. Wenn die Strecke für die Nachtarbeiten durch die SBB gesperrt wurde, musste es sofort losgehen. Da blieb keine Zeit mehr für Vorarbeiten, dementsprechend wichtig war die Arbeitsvorbereitung.

Als Polier trägst du die Verantwortung für die Arbeitsabläufe. Sind Nachtarbeiten schwerer zu leiten?
Nein, nicht unbedingt. Das Team hat sensationell mitgemacht und es herrschte ein grossartiger Teamgeist. Normalerweise arbeiteten wir zwischen 21.00 und 6.00 Uhr, da kann man dann natürlich kein Material spontan nachbestellen. Eine exakte Planung war also wichtig und hat mich in meiner Funktion als Polier voll gefordert, das gefällt mir.

Patrick von Atzigen
Bei engen Platzverhältnissen ist gute Koordination gefragt

Wie hält man die Konzentration hoch?
Damit hatten wir keine Probleme. Gewöhnungsbedürftig waren aber die ungewöhnlichen Essenszeiten. Anfangs hatten wir ein warmes Abendessen um Mitternacht, ab der Hälfte haben wir dann aber jeweils am Morgen zusammen grilliert. Das war super! Gegen Ende einer fünfmonatigen Nachtschicht-Phase vermissten wir dann doch etwas «Grünes» im Essen – ein Gefühl, das wir bis anhin nicht kannten (lacht).

Die Arbeitssicherheit hat bei uns stets Priorität. Was bedeutet das auf Baustellen an Bahnlinien?
Wenn nur einzelne Geleise gesperrt sind, braucht das die Konzentration von allen Beteiligten. Die Situation muss jederzeit klar sein. In Altstetten haben mir die SBB-Sicherheitswärter die Sperrung bestätigt, ich habe dies meinem Team per Funk mitgeteilt und sie haben mir per Funk rückbestätigt. Klare Kommunikation war entscheidend, damit es zu keinen Zwischenfällen kam.

Bauen an einem stark frequentierten Verkehrsknoten ist bestimmt speziell.
Die SBB rechnen damit, dass sich die Zahl der Ein- und Aussteigenden von heute täglich 38’000 auf 64’000 im Jahr 2050 erhöhen wird. Bei dieser Masse an Pendlern war es unmöglich, mehr als 30 Minuten vor Sperrung mit dem Aufstellen zu beginnen. Und am Morgen um 5.30 Uhr war der Bahnhof bereits wieder voll.

Patrick von Atzigen
Patrick mit Team beim «Znacht»

Gab es eine Situation, die dir besonders in Erinnerung bleibt?
Die Zusammenarbeit mit den Sicherheitswärtern der SBB und den Mitarbeitenden des Hauptunternehmers Anliker war hervorragend und hat Spass gemacht. Gute Stimmung ist wichtig!

Und das Zürcher Nachtleben?
Das war schon spürbar, selbst mitgemacht haben wir nicht (lacht). Teilweise gab es lustige Momente, andere Sachen nervten. Aber die Sicherheitsaufsicht hat den Schutz der Baustelle und der Bahnkunden stets gewährleistet. Patrick, besten Dank für das Gespräch.

Pascal Limacher

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