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Sprengvortrieb im Rohrstollen I «Sandweidli»

KW Sousbach, Lauterbrunnen (BE)

Der neu rund 1’030 m lange Rohrstollen I «Sandweidli» wird im konventionellen Sprengvortrieb mit einer Steigung von 20 % aufgefahren. Durch die ungünstige Geologie muss dabei einiges an Flexibilität an den Tag gelegt werden.

Grossprojekt über vier Jahre: Der Bau des Wasserkraftwerks Sousbach

Das Wasserkraftprojekt der Kraftwerk Sousbach AG, welches wir in der letzten Ausgabe vorgestellt haben, umfasst im Wesentlichen ein Fassungsbauwerk, zwei Rohrstollen, einen Vertikalschacht sowie die Kraftwerkszentrale. Zurzeit sind unsere Mineure daran, den unteren Rohrstollen I «Sandweidli» aufzufahren. Dieser weist einen Ausbruchsquerschnitt von 10.67 m2 in der Sicherungsklasse 2 (SK 2) bzw. 13.03 m2 in SK 3 auf. Als Bohrgerät wird ein leistungsstarker Einarmbohrwagen vom Typ Epiroc Boomer S1 eingesetzt. Für die Schutterarbeiten stehen uns zwei Fahrlader mit einem Betriebsgewicht von 24 t bzw. 17 t zur Verfügung. Der Spritzbeton wird mit einem Spritzmobil PM Wetkret 4 aufgebracht.

Überraschend ungünstige Geologie

Bei der Planung wurde für den Rohrstollen I mit einer Sackungsmasse von 50 m gerechnet, auf welcher teilweise Gitterbogen eingebaut werden mussten (Sicherungsklasse 4). Während dem Vortrieb stellte sich jedoch heraus, dass die Strecke mit ungünstiger Geologie deutlich länger ist, als erwartet werden konnte. Dies bedeutete für uns, dass anstelle der geplanten 7 t Gitterbögen für die gesamte Länge, bereits auf den ersten 350 Tunnelmetern rund 48 t Gitterbögen eingebaut werden mussten. Ebenfalls ein entscheidender Faktor für die Vortriebsleistung ist der notwendige Spritzbeton: Geologisch bedingt überschritt der Bedarf ein Vielfaches der geplanten Menge. Unser top ausgebildetes und motiviertes Baustellenteam trotzte den geologischen Verhältnissen und konnte trotz vieler Erschwernisse beachtliche Vortriebsleistungen erzielen.

KW Sousbach, Lauterbrunnen (BE)
Felsabtrag mit Abbauhammer

Es geht vorwärts

Als insgesamt 350 Tunnelmeter mit grossem Aufwand fertiggestellt waren, kam dann doch noch die erhoffte gute Geologie zum Vorschein. Sofort wurde hierauf eine Schutter- und Logistiknische erstellt, damit der Vortrieb nun endlich mit der von uns angesetzten Vortriebsleistung weitergeführt werden konnte. Die Wochenleistung erhöhte sich umgehend auf die erhofften Werte. Nun sind wir guter Hoffnung, dass es mit der Geologie so weitergeht und das Team den gewonnenen Schwung durchziehen kann.

Technische Daten
Rohrstollen I Gitterbogen 48 t
Spritzbeton 1’700 m3
Spiesse 1’150 Stk.

Adrian Burlon

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