Tribschenstrasse 7/9, Luzern (LU)
Ein neuer Hotel- und Bürokomplex entsteht an der Tribschenstrasse 7/ 9. Die Bauherrschaft, bestehend aus der HGC und den Zentralschweizer Baumeisterverbänden (ZBV), lässt das existierende Untergeschoss stehen und mit Mikropfählen statisch verstärken. Wir wurden mit dem Bohren und Versetzen von Vollstabpfählen unterhalb des Grundwasserspiegels beauftragt.
Das Tribschengebiet weist einen anspruchsvollen Baugrund mit mehreren Grundwasserschichten auf. Um zu vermeiden, dass eine neue wasserdichte Baugrubenwand erstellt werden muss, wurde das Gebäude nur bis zum Erdgeschoss zurückgebaut. Das bestehende Untergeschoss bleibt erhalten und dient nun als dichte Baugrubenwanne.
Durch die neue Nutzung als Hotel- und Bürogebäude reicht die Tragfähigkeit der bestehenden Struktur jedoch nicht mehr überall aus. Deshalb musste das Fundament mit zusätzlichen Pfählen verstärkt werden. Dafür kommen rohe 63.5 mm-Gewi-Pfähle zum Einsatz, die in eine 219 mm starke Verrohrung eingebaut werden. Zum Schutz des Grundwassers wurden alle Pfähle mit einem Textilstrumpf ausgerüstet, welcher den Austritt des Injektionsguts verhindert.


Anspruchsvolle Bohrarbeiten im Grundwasserbereich
Die Arbeiten starteten Mitte August 2025 mit der Erstellung der Pfähle für die Baukräne. An diesen Pfählen wurden Belastungsversuche durchgeführt, um die optimale Pfahllänge für das Hauptprojekt zu bestimmen. Die Resultate zeigten erforderliche Längen zwischen 25 und 30 m. Eine besondere Herausforderung stellte das Bohren durch die Bodenplatte im Untergeschoss dar. Ohne geeignete Vorkehrungen hätte das Grundwasser das Kellergeschoss sofort fluten können. Um dies zu verhindern, wurden an den Bohrstellen vorgängig Stahlrohre mit Dichtmanschetten eingebaut. Diese ermöglichen einen Druckausgleich mit dem Grundwasser, das etwa einen Meter unter dem Umgebungsniveau ansteht. Nach der kontrollierten Öffnung der Bodenplatte konnten die Pfähle vom ehemaligen Erdgeschoss aus sicher erstellt werden.

Angepasste Werkzeuge für wechselnde Bodenverhältnisse
Der Baugrund besteht aus Seeablagerungen mit unterschiedlich festen Schichten. Bis in rund 9 m Tiefe verliefen die Bohrungen problemlos. In grösseren Tiefen wechselten die Bodenverhältnisse jedoch stark, weshalb der Bohrkopf in enger Zusammenarbeit mit der Werkstatt laufend optimiert wurde, um die Bohrleistung zu verbessern.
Leistungen Pfähle bohren und versetzen
Bauzeit Mitte August 2025 – Ende Dezember 2026
Auftraggeber STWEG Tribschenstrasse 7/9, 6005 Luzern
Hansueli Vogler