MFG Berchtrüti, Gersau (SZ)
Bei der Baugrube in Gersau kamen gleich mehrere unserer Spezialverfahren zum Einsatz. Enge Platzverhältnisse, schwierige Zufahrten und anspruchsvolle geologische Bedingungen verlangten nach einer sorgfältigen Planung und einer flexiblen Ausführung.
Bereits die Baustellenlogistik stellte hohe Anforderungen. Die Platzverhältnisse waren sehr beengt, die Zufahrten steil und kurvenreich. Der An- und Abtransport der Maschinen und Geräte konnte deshalb nicht mit Tiefgängern bis direkt zur Baustelle erfolgen.
Rühlwände schaffen die Grundlage
Zu Beginn erstellten wir im westlichen und im östlichen Bereich der Baugrube Rühlwände inklusive Aussteifungen und Abspriessungen. In einzelnen Bereichen war eine Sicherung mit Nägeln aufgrund der geologischen Verhältnisse nicht möglich. Deshalb kamen Rühlwände aus HEB-260- und HEB-240-Trägern zum Einsatz. Insgesamt verbauten wir rund 29 t HEB-260- sowie 15 t HEB-240-Träger. Für die Ø-403-mm Bohrungen der stehenden H-Träger setzten wir unsere Bohrgeräte MC 28 und MC 15 ein.

Baugrubensicherung und Sprengarbeiten
Nach Abschluss der Bohrarbeiten erfolgte der Aushub der Baugrube. Die Sicherung wurde mit insgesamt rund 180 m3 Trockenspritzbeton, 5.3 t Netz K 335 sowie rund 1.3 km Gewi-Ankern Ø 30 ausgeführt. Dabei kamen sowohl vorgespannte als auch ungespannte Nägel zum Einsatz. Die Geologie stellte unser Team vor zusätzliche Herausforderungen. In den oberen Nagellagen mussten die Bohrungen bis zum anstehenden Felsen verrohrt ausgeführt werden, im unteren Bereich konnte anschliessend direkt im Felsen gebohrt werden. Nach rund einem Viertel des Aus hubs trat der erwartete Fels zutage. Insgesamt wurden rund 1’500 m3 Fels gebohrt und kontrolliert gesprengt.

Pfahlfundation für Kran und Gebäude
Im Verlauf der Arbeiten zeigte sich, dass der Fels stark in Richtung See abfällt. Im Bereich des Baukrans war deshalb eine Pfahlfundation mit insgesamt 70 m Pfählen erforderlich. Auch für das Gebäude wurden auf der Talseite aufgrund des ungünstigen Felsverlaufs weitere 350 m Pfahlfundationen erstellt.

Vielseitige Lösungen für anspruchsvolle Verhältnisse
Diese Baugrube stellte hohe Anforderungen an Menschen, Technik und Sicherungsverfahren. Dank unserer Erfahrung sowie dem gezielten Einsatz verschiedener Spezialverfahren und Maschinen konnten wir die Herausforderungen erfolgreich bewältigen. Die Arbeiten an der Baugrube dauern derzeit noch an.
Leistungen Felssicherung und sprengtechnischer Abtrag
Bauzeit Februar – Juli 2026
Auftraggeber Christen AG, Küssnacht am Rigi
Hansueli Vogler