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Das Kavernensystem nimmt Gestalt an

Brünig Mega Safe, Lungern (OW)

Im Brünigmassiv geht es sichtbar voran. Seit dem letzten Beitrag im Felssplitter wurde das Kavernensystem Sprengung für Sprengung weiter in den Felsen vorgetrieben.

Wer heute in Lungern Richtung Walchi fährt, kann die Baustelle kaum übersehen. Was zu Jahresbeginn noch eine unscheinbare Wiese war, ist inzwischen zu einem imposanten Installationsplatz mit umfangreichem Materialdepot herangewachsen. Auf der gegenüberliegenden Strassenseite fällt sofort das Portalbauwerk ins Auge, welches unser Bauservice parallel zu den laufenden Ausbruchsarbeiten erstellt hat. Auch im Berginnern nimmt das Projekt zunehmend Gestalt an. Direkt hinter dem Portal wurde zunächst die Erschliessung ausgebrochen. Von dort aus konnten die Arbeiten gleichzeitig in zwei Vortrieben weitergeführt werden.

«Gebaut im Fels – mit Sicherheit in die Zukunft.
Felstechnik über Generationen ist das Fundament
für innovative Nutzungen.»

THOMAS GASSER, Verwaltungsratspräsident Brünig Mega Safe AG

Fluchtstollen erreicht die erste Kaverne

Der Fluchtstollen wird mit unserem Epiroc S1D vorgetrieben. Seit Baubeginn wurden insgesamt rund 215 m mit einem Querschnitt von etwa 13 m2 ausgebrochen. Davon entfallen 120 m auf den Hauptfluchtstollen und weitere 95 m auf den Abzweiger zur ersten Kundenkaverne. Dieser Abschnitt unterquert die Erschliessung und führt in einer S-förmigen Linienführung in die Kaverne. Am 11. Juni 2026 erfolgte der planmässige Durchschlag des Fluchtstollens in die erste Kundenkaverne, exakt am vorgesehenen Ort.

Erste Kundenkaverne vollständig ausgebrochen

Parallel dazu begann Anfang April mit dem E2C-Jumbo der Vortrieb des rund 50 m2 grossen und etwa 40 m langen Zugangsstollens zur Kundenkaverne 1. Die Kaverne zweigt rechtwinklig von der Erschliessung in den Felsen ab und wurde in drei Teilschnitten – Mitte, links und rechts – ausgebrochen.

Anfang Juni war die rund 70 m lange und über 20 m breite Kaverne mit einem Querschnitt von mehr als 130 m2 vollständig ausgebrochen. Bereits kurze Zeit später startete unser Subunternehmer Renesco AG mit den Abdichtungsarbeiten. Parallel dazu begann der Bauservice mit dem Innenausbau der Kaverne.

Jumbos bohren im Fluchtstollen (l.) und im Zugangsstollen zur Kaverne (r.)
Jumbos bohren im Fluchtstollen (l.) und im Zugangsstollen zur Kaverne (r.)

Materialaufbereitung

Das gesamte Ausbruchmaterial, inzwischen gut 22’000 m3 fest, wird auf dem Installationsplatz aufbereitet und durch die ARGE Brünig Mega Safe, bestehend aus der Bauherrin BMS AG und der Zimmermann AG, wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt. Ziel ist es, möglichst das gesamte Ausbruchmaterial weiterzuverwenden, anstatt es auf einer Deponie zu entsorgen.

Materialaufbereitung auf dem Installationsplatz
Materialaufbereitung auf dem Installationsplatz

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Während im Berginnern der Vortrieb mit Hochdruck voranschritt, errichtete der Bauservice gleichzeitig das Portalbauwerk in Ortbeton. Diese parallelen Arbeiten stellten hohe Anforderungen an Logistik und Koordination. Während der gesamten Bauzeit musste das Portal jederzeit befahrbar bleiben, damit die Vortriebe ohne Unterbruch weitergeführt werden konnten. Dass beide Baustellenbereiche reibungslos parallel betrieben werden konnten, ist der engen Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten zu verdanken.

Arbeiten am Portal
Arbeiten am Portal

Abschlag für Abschlag wächst im Herzen des Brünigs eine hochsichere Infrastruktur. Dank des grossen Engagements aller Beteiligten verläuft das anspruchsvolle Bauprogramm bislang planmässig. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Kundenkaverne 1 sowie die Erschliessung weiter ausgebaut, während der Untertagbau den Ausbruch weiterer Stollen und Kavernen vorantreibt. Das Projekt gewinnt damit kontinuierlich an Form und bleibt auch in den nächsten Bauetappen technisch ebenso anspruchsvoll wie spannend.

Leistungen Grossprofile, Kavernensystem, Speziallösungen
Bauzeit Januar – Dezember 2026
Auftraggeber Brünig Mega Safe AG

Tobias Glatz

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